Was ist eine Panikattacke?
Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende, intensive Angstreaktion des Körpers. Sie erreicht meist innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt und klingt dann langsam wieder ab.
Wichtig zu verstehen ist: Eine Panikattacke ist keine Gefahr, auch wenn sie sich lebensbedrohlich anfühlen kann. Sie ist eine Fehlalarmreaktion des Nervensystems.
Der Körper reagiert, als wäre eine akute Bedrohung vorhanden, obwohl objektiv keine besteht.
Typische Symptome einer Panikattacke
Die Symptome können von Person zu Person variieren, fühlen sich für Betroffene aber oft sehr real und überwältigend an. Häufig beschrieben werden Herzrasen, Engegefühl in der Brust, Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen.
Dazu kommen oft Schwindel, Zittern, Schweissausbrüche, Übelkeit oder Kribbeln in Händen und Füssen. Viele berichten auch von Derealisation oder Depersonalisation, also dem Gefühl, nicht ganz da zu sein oder die Umgebung als fremd wahrzunehmen.
Gedanklich treten häufig Todesangst, Kontrollverlust oder die Angst, ohnmächtig zu werden, auf.
Warum sich Panikattacken so real anfühlen
Der Grund liegt im autonomen Nervensystem. Bei einer Panikattacke wird der sogenannte Kampf-oder-Flucht-Modus aktiviert. Stresshormone wie Adrenalin werden ausgeschüttet, Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, Muskeln spannen an.
Diese Reaktion ist evolutionär sinnvoll. Sie soll uns in echten Gefahrensituationen schützen. Bei Panikattacken wird dieser Mechanismus jedoch ohne reale Bedrohung ausgelöst.
Der Körper glaubt an Gefahr, auch wenn der Verstand weiss, dass keine da ist.
Panikattacken sind keine psychische Schwäche
Viele Betroffene schämen sich für ihre Panikattacken. Sie denken, sie seien «zu sensibel», «nicht belastbar genug» oder «psychisch instabil».
Das ist ein Irrtum. Panikattacken haben nichts mit mangelnder Stärke zu tun. Sie sind ein Zeichen dafür, dass das Nervensystem überfordert oder überreizt ist.
Oft sind gerade verantwortungsvolle, leistungsorientierte oder feinfühlige Menschen betroffen.
Mögliche Ursachen von Panikattacken
Panikattacken haben selten nur eine Ursache. Meist ist es ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Länger anhaltender Stress, emotionale Belastungen oder ungelöste innere Konflikte können das Nervensystem in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft versetzen.
Auch frühere Angsterfahrungen, traumatische Erlebnisse oder Phasen von Überforderung spielen eine Rolle. In manchen Fällen treten Panikattacken nach körperlichen Erkrankungen, hormonellen Veränderungen oder längeren Schlafproblemen auf.
Wichtig ist: Der Auslöser liegt oft nicht in der Situation, in der die Panikattacke auftritt, sondern in einer vorgelagerten Belastung.
Warum Panikattacken plötzlich auftreten können
Viele Betroffene berichten, dass Panikattacken scheinbar aus heiterem Himmel kommen. Das liegt daran, dass das Nervensystem bereits lange unter Spannung stand.
Der Körper hält diese Spannung oft eine Zeit lang aus. Irgendwann reicht ein kleiner Reiz, ein Gedanke oder eine körperliche Empfindung, um den Alarm auszulösen.
Die Panikattacke ist dann kein Anfang, sondern ein Höhepunkt einer längeren inneren Belastung.
Die Angst vor der Angst
Nach der ersten Panikattacke entsteht häufig eine neue Angst. Die Angst, dass es wieder passiert. Betroffene beginnen, ihren Körper genau zu beobachten, vermeiden bestimmte Orte oder Situationen und verlieren Vertrauen in sich selbst.
Diese sogenannte Erwartungsangst hält das Nervensystem dauerhaft angespannt. Genau diese Anspannung erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit weiterer Panikattacken.
So entsteht ein Kreislauf, der sehr belastend sein kann.
Warum rationales Beruhigen oft nicht hilft
Sätze wie «Du bist in Sicherheit» oder «Das ist nur eine Panikattacke» sind gut gemeint, erreichen das Nervensystem jedoch oft nicht.
In einer Panikattacke ist der Körper schneller als der Verstand. Er reagiert reflexhaft. Logik kommt in diesem Moment kaum durch.
Deshalb braucht es Ansätze, die nicht nur kognitiv, sondern regulierend wirken.
Panikattacken und Kontrollverlust
Ein zentrales Thema bei Panikattacken ist das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Viele Betroffene fürchten, verrückt zu werden, zusammenzubrechen oder die Situation nicht mehr zu bewältigen.
Tatsächlich verlieren Menschen in einer Panikattacke nicht die Kontrolle. Der Körper übernimmt lediglich die Führung, um vermeintliche Gefahr abzuwenden.
Dieses Verständnis ist ein wichtiger Schritt, um die Angst vor der Panik zu reduzieren.
Wie Hypnose bei Panikattacken ansetzen kann
Hypnose arbeitet auf der Ebene, auf der Panikattacken entstehen. Im Unterbewusstsein und im Nervensystem.
In einem Zustand tiefer Entspannung kann das Nervensystem lernen, wieder herunterzufahren. Stressreaktionen werden reguliert, der Körper erfährt Sicherheit auf einer Ebene, die Worte allein oft nicht erreichen.
Hypnose kann helfen:
- die allgemeine Alarmbereitschaft zu senken
- den Umgang mit körperlichen Symptomen zu verändern
- die Angst vor der Angst zu reduzieren
- innere Sicherheit wieder aufzubauen
- das Vertrauen in den eigenen Körper zu stärken
Dabei geht es nicht darum, Panik «wegzumachen», sondern den Boden dafür zu schaffen, dass sie nicht mehr nötig ist.
Hypnose ist kein Kontrollverlust
Ein häufiges Missverständnis ist, dass man in Hypnose die Kontrolle verliert. Das Gegenteil ist der Fall. Hypnose ist ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit. Die Person ist jederzeit ansprechbar und behält die Kontrolle.
Gerade bei Menschen mit Panikattacken ist dieser Punkt zentral. Sicherheit und Selbstbestimmung stehen immer im Vordergrund.
Veränderung beginnt mit Regulation
Panikattacken lassen sich nicht durch Kampf oder Vermeidung lösen. Je mehr man gegen sie ankämpft, desto stärker wird oft die innere Spannung.
Regulation bedeutet, dem Nervensystem zu zeigen, dass keine Gefahr besteht. Erst dann kann es lernen, die Alarmreaktion zurückzufahren.
Hypnose ist ein möglicher Weg, diesen Zustand zu erfahren.
Kleine Schritte sind grosse Fortschritte
Der Weg aus der Panik ist selten linear. Es gibt gute Tage und Rückschritte. Wichtig ist, auch kleine Veränderungen wahrzunehmen.
Ein Moment weniger Angst, ein schnelleres Abklingen der Symptome oder ein neues Gefühl von Kontrolle sind bedeutende Zeichen.
Fazit: Panikattacken sind erklärbar und veränderbar
Panikattacken fühlen sich bedrohlich an, sind aber kein Zeichen von Schwäche oder Krankheit. Sie sind eine Fehlalarmreaktion eines überlasteten Nervensystems.
Wer beginnt, diese Reaktion zu verstehen und regulierend zu begleiten, schafft die Grundlage für nachhaltige Veränderung.
Häufige Fragen zu Panikattacken
Was ist der Unterschied zwischen Angst und einer Panikattacke?
Können Panikattacken gefährlich werden?
Warum fühlt sich eine Panikattacke wie ein medizinischer Notfall an?
Kann man während einer Panikattacke ohnmächtig werden?
Warum treten Panikattacken oft nachts oder in Ruhephasen auf?
Können Panikattacken ohne psychische Vorerkrankung auftreten?
Warum habe ich Angst vor der nächsten Panikattacke?
Hilft es, Panikattacken zu vermeiden oder zu kontrollieren?
Kann ich etwas tun, wenn eine Panikattacke beginnt?
Sind Panikattacken ein Zeichen von Kontrollverlust oder «Verrücktwerden»?
Wie kann Hypnose bei Panikattacken helfen?
Muss ich in Hypnose eine Panikattacke nochmals erleben?
Ist Hypnose bei Panikattacken sicher?
Wie viele Hypnosesitzungen sind bei Panikattacken nötig?
Wann sollte ich mir professionelle Hilfe holen?
Können Panikattacken vollständig verschwinden?
Wenn du unter Panikattacken leidest und dir wünschst, wieder mehr Vertrauen in deinen Körper und deinen Alltag zu finden, kann ein unverbindliches Erstgespräch helfen, herauszufinden, ob ein sanfter Ansatz wie Hypnose dich unterstützen kann.
Manchmal ist der erste Schritt nicht, die Angst zu bekämpfen, sondern ihr den Boden zu entziehen.